
The Acoustic Album Reviwe from THE- PIT.DE Magazin check it out !

EKTOMORF spalten seit jeher die Gemüter der Metalgemeinde. Die ersten beiden Alben der Band, das 2000er Werk "Kalyi Jag" und die zwei Jahre später folgende Platte "I Scream Up To The Sky", bekamen noch heftigen Beifall, doch wurden auch schon Unkenrufe laut, dass die Neo-Thrasher sich an Soulflys musikalischem Monument vergreifen würden. Die Ungarn kamen nie so recht über den Status des typischen Wannabe-Nachfolgers hinaus, obwohl sie zweifelsohne die Metalszene in ihrer Heimat aufmischten und für den Rest der Welt interessant machten.
Mittlerweile dürften Sänger Zoli und Co. darüber hinaus sein, sich über solcherlei Vergleiche aufzuregen. Ingesamt sieben Alben und ein Livealbum hat die Truppe bisher auf den Markt geworfen, (fast) alle davon wurden von den Fans begeistert gefeiert und von der Presse wahlweise in absurde Höhen
gehoben oder in die Untiefen des Musikbusiness gestürzt. 2012 haben sich die Ungarn etwas Besonderes einfallen lassen: Erstmals veröffentlicht das Quartett ein akustisches Livealbum, auf dem nicht nur alte Tracks wie "I Know Them" umgesetzt und Coverversionen dargeboten werden, sondern das auch fünf extra für diese Platte geschriebene Songs beinhaltet. "The Acoustic" heißt das gute Stück folgerichtig und wer Ektomorf in den vergangenen Jahren etwas genauer unter die Lupe genommen hat und sie auch schon live sehen konnte, weiß: Dieses Projekt musste entweder vollkommen in die Hose gehen oder richtig gut werden.
Der muntere Reigen startet mit einer überraschend überzeugenden Version von "I Know Them". Zugegeben: Ich war skeptisch - aber bereits das unheilvolle Intro verspricht einiges und man wartet mit zusammengekniffenen Augen und gedrückten Daumen auf den Gesang - der zwar etwas heiser, aber durchaus ansprechend ausfällt. Ein guter Start, der hoffentlich nicht die einzige positive Überraschung bleibt.
"Be Free" ist einer der eigens für das Akustikset kreierten Songs und das hört man auch: Der Track wirkt in sich viel stimmiger als die übrigen, zumal hier mit ruhigen Strophen und einem regelrecht explodierenden Refrain eine großartige Kombination geschaffen wurde. "Redemption" überzeugt im Anschluss leider so gar nicht, dafür steht danach das erste Cover an: Lynyrd Skynyrds "Simple Man" hat es auf die Tracklist geschafft; ein ebenso ruhiger wie intensiver Track, der von Sänger und Gitarrist Zoltan nicht schlecht dargeboten wird. Da der Mann aber bekanntermaßen nicht der beste Sänger unter der Sonne ist, fehlt hier das gewisse Etwas. Das haben Bands wie die Deftones schon besser verpackt, obwohl das Stück ja fast ein Selbstläufer ist.
Johnny Cashs "Folsom Prison Blues" entspricht dann schon eher dem, was man von Ektomorf gerne hören möchte. Zwar dürfte der gute Mann sich im Grabe rumdrehen, wenn er die Version der Ungarn hören könnte; der ruhige Start und das folgende richtig geile Drumming sollten Metalfans aber in Verzückung versetzen. Auch Zoli legt sich hier ordentlich ins Zeug und röhrt auch schon mal ziemlich heiser vor sich hin, aber man kann es sich kaum verkneifen, hier das Tanzbein zu schwingen. Nach einem solchen Bewegungskracher überzeugt dann mit "Through Your Eyes" ein weiterer neuer Song auf der ganzen Linie: Hier stellt sich Gänsehautfeeling pur ein, zumal hier auch der klare Gesang voll und ganz beeindrucken kann. Am Ende rastet die Truppe hier völlig aus - Wahnsinn! Mit so einem Burner hätte hier wohl niemand gerechnet! Da haben die Jungs der staunenden Rezensentin aber schön von hinten ins Knie geschossen.
"Stigmatized" fällt, ähnlich wie "Redemption", leider durchs Raster, und am Ende der Platte steht dann "Who Can I Trust" vom "Outcast"-Album, das ja als normale Albumversion damals schon für Bandverhältnisse erstaunlich ruhig daherkam. Hier wird der Track mit orientalisch angehauchten Gitarren versehen, und auch die präzisen Drums von Schlagwerker Robert Jaksa müssen wieder deutlich hervorgehoben werden. Für diese Platte ist der Song jedenfalls ein würdiger Abschluss: Hier stolpert man von einer Überraschung in die nächste und trotz anfänglicher Skepsis gefällt zumindest mir die Akustikscheibe wesentlich besser als die letzten Studioalben der Band. Für Fans ein Muss; für alle anderen sollte die Scheibe zumindest ein Grund sein, sich die Band mal genauer anzuhören.
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